Sonntag, 31. Mai 2009

Schwimmbadbesuch auf 4100m :)

Am Samstag waren wir im Schwimmbad. Das Bad war eigentlich ganz gut, vielleicht eine kleine Zeitreise zurueck :) aber es gab eine feuchte und trockene Sauna. D.h. es war mal zur Abwechslung schwitzen angesagt!!! Sehr angenehm!!!!!!!

Das Schwimmbecken war allerdings etwas klein und dementsprechend waren auch nur Kinde und Jugendliche da. Einen "Fernsehraum" gab es auch. Terminator 3 lief, ach wie nett mal wieder Arni zu sehen!!!

Getruebt wurde das Ganze, das der Mann an der Kasse beim Rausgehen gesagt hat, wir haetten Essen und Getraenke auf der Rechnung. Dem kann allerdings nicht so sein, da ich keinen meiner chicos was essen habe sehen. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, ein Weisser mit 12 Kindern, das kann nur ein Volontaer mit Strassenkindern sein und Strassenkindern traut keiner, da probier ich mal Geld rauszuziehen. Er hat aber nur den Eintritt bekommen und sonst nix. Angeblich laesst er die chicos jetzt nicht mehr ins Schwimmbad, aber wie er sich unter 10000 Menschen 12 Kinder merken will, da bin ich ja gespannt...

Danach waren wir noch etwas essen. In El Alto bekommt man wirklich fuer 5 Bolivianos, also ca. 50 euro cent eine angemessene Portion. Willkommen zurueck in MUC :)

Die Hygiene laesst natuerlich generell zu wuenschen uebrig, als Tourist sollte man auch nichts "von der Strasse" essen, aber mein Magen ist jetzt bestens geruestet. Ich habe jetzt ein paarmal von Strassenstaenden was gegessen, auch mit scharfer Sosse (Nudeln mit scharfer Sosse fuer 1,50 Bolivianos gibts ganz oft) und hatte danach keine Probleme.

Hier im Projekt werden die Hunde (die sich vorher auf der Erde gewaelzt haben) gestreichelt, danach mit ungewaschenen das Fleisch mit den Haenden auf die Teller verteilt und dann das Fleisch mit den Haenden gegessen. Und es macht mir inzwischen NICHTS mehr aus!
Juhu!!! Nur noch ca. alle 2 Wochen so ne halbe Stunde Magenschmerzen, aber das kann man gut verkraften. Besser als 3 Tage Magen-Darm-Verstimmung wie am Anfang...

Donnerstag, 28. Mai 2009

día de la madre

Nach dem Abendessen bekam Doris ein Heftchen ueberreicht, pro Blatt hat jeweils einer der chicos (und ich natuerlich) eine Nettigkeit geschrieben. Dann hat sich noch jeder persoenlich bei Doris bedankt, dafuer dass sie das alles macht und sozusagen "Ersatzmutter" ist.
Traenen sind natuerlich auch geflossen, Latinos zeigen ihre Gefuehle :)



Mittwoch, 27. Mai 2009

lustiges zur Aussprache

Aussprache r

In Argentinien wird ja bekanntlich das -ll- und -y- wie -sch- ausgesprochen.
Also "calle" wird "casche" ausgesprochen, "ayer" "ascher" usw.

Hier wird von einigen, nicht allen, das -r- wie -s- ausgesprochen.
Also z.B. perro wird pesso (mit einem sehr weichen s) ausgesprochen. Da fall ich mit meinem falschen r gar nicht mehr auf :). Einige koennen allerdings schon das normale -r-.

Und in jedem Satz wird natuerlich mind. ein Schimpfwort (cojudo ist auf Platz 1, bedeutet Dummkopf, Depp, etc) benutzt, sonst waers ja kein gescheiter Satz. Feinstes español de la calle :)

Muttertag in Bolivien ist uebrigens heute, also am 27.5. und nicht am 10.5.!!!

Sonntag, 24. Mai 2009

Preguntas y Respuestas

Heute habe ich mit Doris ueber das Projekt geredet und dabei ein paar Schauergeschichten mehr erfahren:

Es wird hier nicht in den Gottesdienst gegangen, weil nach dem Gottesdienst immer gesoffen wird und dann eben die Jungs hier animiert werden (koennten).

Ein anderes Projekt muss schliessen, weil Derjenige (Pastor Lutz), der es geleitet hat, buchstaeblich verrueckt geworden ist. Warum? Ihm sind 35 seiner Kinder, die aus seinem Projekt abgehauen sind, in kurzer Zeit hintereinander auf der Strasse erfroren. Doris wurde gefragt, ob sie es nicht vielleicht mitleiten will, aber 2 solche Projekte sind ein Ding der Unmoeglichkeit.

Frueher waren hier im Projekt fast 30 chicos, jetzt 15. Warum? Im Sommer hauen viele ab, jetzt kommen dann bald wieder mehr, da es deutlich kaelter wirds nachts.

Frueher gabs hier im Projekt auch 6 chicos die gut in der Schneiderei gearbeitet haben. Genau einer ist geblieben, naemlich Victor. Der Rest ist entweder gestorben oder ist noch auf der Strasse, in jaemmerlichem Zustand. Solche Rueckschlaege muss Doris dauernd erleiden.
"Paciencia", siempre dice ella! Aber ein paar Lichtblicke gibts immer, z.B. Judan der im Dezember mit seinem Studium Bauingenieurwesen fertig wird und immer am Wochenende hier ist.

Einer z.B., dem wurde vom Projekt 4 Monate Geld gezahlt fuer eine Ausbildung als Automechaniker, vor ca. 3 Wochen ist er abgehauen, und jetzt hat er gesagt dass er zum Militaer will. Also 4 Monate Zeit und Geld aus dem Fenster geworfen. Das Doris nach 9 Jahren immer noch im Projekt die Stellung haelt, ist schon etwas bewunderswert.

Sorry dass immer soviele "Horrormeldungen" kommen, aber so isses halt wenn man den gesicherten Touristenpfad verlaesst, jedenfalls in diesem Land. Ich finds auch gar nicht mehr Schlimm. Ist inzwischen ganz normaler Alltag!

Dafuer sind die chicos eigentlich fast alle gut drauf, nach aussen hin. Wies innen aussieht, erfahert man immer Samstags abends im live "Fernsehprogramm", in der sogenannten "reúnion", in der jeder sagen darf und sollte was ihn bedrueckt. Zum Glueck muss ich das nur noch einmal ueber mich ergehen lassen...

Mit dem klugen Satz "Was man nicht kennt kann man nicht vermissen" starte ich in meine letzte Woche, mit grosser Vorfreude auf die gewohnte Luxuswelt, aber nach interessanten, spannenden, auf keinen Fall missenden wollenden 10 Wochen auf einer Seite der mir bisher total unbekannten Welt!

In Buenos Aires erwartet mich schon ein "Asado", also ein ordentlicher Fleischgenuss vom Grill, wurde mir gestern von meiner dortigen super gastfreundlichen "Unterkunft" schriftlich mitgeteilt :)

Jedenfalls bestaetigt sich das in Kolumbien erworbene Zitat "Der Latino ist (fast) immer gut drauf, auch wenn ihm die Scheisse bis zum Hals steht" (und das tut sie hier wirklich :)) auch hier in Bolivien!
Und Cumbia (Musikrichtung) laeuft auch hier immer 24 Stunden in der Kueche...

Freitag, 22. Mai 2009

Der Aerztetag!

Heute war "mein" Aerztetag: Morgens bin ich mit zwei Kandidaten zum Zahnarzt und Allgemeinarzt. Heute war ich als Behandelter mal zur Abwechslung auf der Liste! Beim Zahnarzt musste ich feststellen, dass er mich nicht behandeln kann (mein Retainer im Unterkiefer ist zerbrochen) weil er so einen Draht nicht hat. Dazu muss man sagen, dass hier Zahnspangen auch nicht ueblich sind, hab hier noch nie jemanden mit Spange gesehen.

Darauf bin ich dann nachmittags nochmal los, es mussten eh noch 2 andere Kandidaten mit Magenproblemen zum Arzt, ins neue Krankenhaus. Dort habe ich dann auch gleich fuer 15 euro einen neuen Draht reingeklebt bekommen, in Buenos Aires hatte das 80 euro gekostet!

Bei solchen Ausfluegen wird natuerlich immer fleissig Schokolade oder Kekse gekauft, da die chicos im Projekt kein Geld haben duerfen und sich somit nichts kaufen koennen. Ueber eine Schokolade freuen sich die chicos mehr als ich mich ueber einen neuen Laptop, so kommts mir jedenfalls immer vor :)
Im Internetcafe waren wir auch, da habe ich festgestellt, dass das Internet NOCH langsamer ist als ich es hier habe. Dafuer kostets aber nur 2 Bs die Stunde, also so gut wie nichts...

Allerdings muss man darauf aufpassen, dass man ihnen nicht zuviel kauft, weil sie natuerlich dann immer mehr wollen!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Tiahuanaco

Am Mittwoch waren Victor und ich mit der "Mathelerngruppe", also 4 weiteren chicos, in Tiahuanaco. Das ist eine Inka Ausgrabungsstaette, eine Pyramide wird rekonstruiert und es gibt auch 2 Museen. Einheimische zahlen 10 Bolivianos Eintritt, Auslaender 80 Bs.
Dementsprechend viele auslaendische Touristen waren da! Die wissen hier wie man Geld macht :)

Zum Mittagessen waren wir in einem Restaurant. Auf der Speisekarte war das Mittagsmenu mit 35 Bs angegeben, aber nachdem Victor nachgefragt hatte, was es kostet, haben wir es fuer 15 Bs Einheimischenpreis bekommen (z.Zeit: 1 euro= 9.65 Bolivianos, der arg. Peso ist inzwischen auch bei 1:5 angekommen). Da hier im Projekt die Leute nur mit Loeffel essen, habe ich festgestellt, dass einige gar nicht mit Messer und Gabel umgehen koennen. Dann wurde das Stueck Fleisch halt mit der Hand gegessen, wie hier im Projekt ueblich.

In der anderen Ecke im Restaurant waren zwei Englaender mit privatem Reisefuehrer, die haben vielleicht komisch geschaut dass an einem Tisch 5 Bolivianer mit einem Weissen sitzen...

Zum Lago Titicaca muss ich ein andermal mit anderen fahren, weil die chicos die gestern dabei waren keine Ausweise haben und man aber die peruanische Grenze passieren muss.

Hier sind aber auch immer so Polizeikontrollen mit Mautgebuehr auf den groesseren geteerten Strassen (diese geteerten Strassen muss man aber wirklich suchen :) ). Das Auto vor uns war total ueberladen mit Leuten im Kofferraum, es wurde gleich gefilzt. Wir waren auch ueberladen mit einer 1 Person im Kofferraum aus Platzmangel, aber da auf dem Beifahrersitz ein Weisser sass, wurden wir gleich durchgewunken. So laeuft das hier...





vor dem Museum



einer der vielen "Monolitos" mit Schulklasse


Sonnentor, am 21.6. scheint da perfekt die Sonne durch



auf der Hinfahrt hat das Auto vor uns eine
Abkuerzung gesucht, der Fahrer hatte ordentlich
Glueck, ihm ist nichts passiert


bolivianische 6000er im Hintergrund